Tränentochter
Tränentochter ist der dritter Teil der Trilogie über geschlechtsspezifische Gewalt und Zuschreibungen, deren erste beiden Teile Staubfrau und Blutschwester sind. 

Während Staubfrau in die Mitte und Blutschwester an das Ende des Lebens einer Frau blickt, richtet Tränentochter den Blick auf den Anfang. Wie entsteht eine sogenannte weibliche Sozialisation? Welchen Wirkkräfte sind intergenerationales Trauma und erwartete, soziale und familiäre Rollenmuster? So begegnen wir einer Frau, die jung und alt zugleich, stark und schwach, ganz und zerbrochen, ja regelrecht eingeteilt in verschiedene Teile ihrer selbst ist. Aus dieser Zerrissenheit versucht sie sich selbst zu sehen und jenen die Stirn zu bieten, die sie nicht - einfach - sein lassen.
Uraufführung noch frei.

Text noch in Arbeit.

Rechte bei Suhrkamp Theater Verlag. (Ansprechpartnerin: Anna-Katharina Müller)
Blutschwester
In Leben und Sterben, Liebe und Wut sind drei Frauen in Maria Milisavljevićs neuem Theatertext miteinander verbunden. Ihre Solidarität reicht weit und ihre Sorge umeinander tief. Sie schreiben sich ein in die Geschichte der feministischen Bewegung, rufen die mythischen Furien an und geben sich gegenseitig Kraft in der Konfrontation mit einer Krebserkrankung. Mit einer beglückenden, manchmal beinahe schmerzlichen Nähe zu ihren Figuren erzählt Milisavljević von stillen Sehnsüchten und unerledigten Konflikten, Pflege und Begleitung, Freundinnenschaft und Widerstand bis zuletzt. 

„Eine Liebeserklärung an das Leben“ - nachtkritik.de
Uraufführung: 27. März 2026 – Saarländisches Staatstheater, Regie: Franziska Stuhr

Rechte bei Suhrkamp Theater Verlag (Ansprechpartnerin: Anna-Katharina Müller)
Staubfrau
Was könnte er wohl erzählen, der Fluss, wenn er sprechen könnte? Vielleicht würde er von dem Fahrrad, den löchrigen Schuhen oder den versenkten Waffen auf seinem Grund berichten. Vielleicht würde er von den Frauenleichen sprechen, die er in sich birgt. Da ist Therese, die als junge Frau vom Fritz erst unbeholfen umworben und schließlich vergewaltigt, umgebracht und im Fluss entsorgt wird.  Da sind Mütter – ältere, die in gewaltvollen Ehen feststecken und jüngere, die versuchen, Haushalt und Karriere unter einen Hut zu bringen und deren Partner weder vor physischer noch vor psychischer Gewalt zurückschreckt. Da sind die Männer, die töten.

Mit Staubfrau hat Maria Milisavljević eine hochpoetische Anklageschrift gegen das Patriarchat verfasst – einen kraftvollen Text über Femizid und strukturelle Gewalt an Frauen, der den Blick auf eines der drängendsten und doch unsichtbarsten Themen der Gegenwart und Vergangenheit lenkt. 

Mit Staubfrau gewann Maria den Mülheimer Dramatikpreis sowie den Publikumspreis der Mülheimer Theatertage.

„Überhaupt, dieses grandiose Sprachvermögen. […] Die Staubfrau ist ein Stück der Stunde.“ – St. Gallener Tagblatt
Uraufführung: 11. Januar 2025 - Schauspielhaus Zürich, Regie: Anna Stiepani

Übersetzt auf Englisch

Rechte ab dem 31. Juli 2027 bei Suhrkamp Theater Verlag (Ansprechpartnerin: Anna-Katharina Müller), bis dahin wenden Sie sich bitte an S. Fischer Theater
Es war Sommer

Maria Milisavljevic schildert auf eindringliche Weise, was es bedeutet, für die Gesellschaft „unsichtbar“ zu sein. Eine Frau sitzt mit einem Kaktus in einer Wohnung im Osten Berlins. In dieser Wohnung hat sie ihr ganzes Leben verbracht, den Fall der Mauer erlebt, ihre Tochter großgezogen. Diese ist bereits verstorben, und die Wiedervereinigung liegt vierunddreißig Jahre zurück, die Erinnerungen an all das sind zwischen den Wänden jedoch noch lebendig. Nun soll die Wohnung bald auch nur noch Erinnerung sein: Ein Investor hat das Gebäude gekauft, die Frau muss ausziehen. Eine neue Bleibe gibt es nicht, es droht die Wohnungs-, wenn nicht sogar Obdachlosigkeit. Da steht auf einmal eine junge Frau vor ihrer Tür, die für eine reibungslose Räumung sorgen soll. Bei einem Glas Wein kommen sich die beide Frauen näher, und schnell hallen zwischen den Wänden Stimmen aus der Vergangenheit wieder, werden Schicksale anderer Wohnungs- und Obdachlosen hörbar, entspinnen sich aber auch hoffnungsvolle Träume und Möglichkeiten. Mit schimmernder Poesie und großer Empathie für ihre Figuren gibt die Autorin den Menschen eine Stimme, die unter den oft problematischen Wohnverhältnissen leiden, beschreibt ihren emotionalen Verlust und ihren Kampf um Ansehen und Würde.

Uraufführung: 24. Mai 2025 – Staatstheater Meiningen, Regie: Anna Stiepani

Rechte bei S. Fischer Theater

brynhild

Es ist die scheinbar bekannte Geschichte der Nibelungen, angefüllt mit dem alten Mythos des Nibelungenliedes und der nordischen Lieder-Edda. Doch die alten Gewissheiten und Heldengeschichten sind längst brüchig geworden.

Nicht nur Brynhild, die Walküre, ist gezwungen, sich von den alten Erwartungen und den brutalen Intrigen zu befreien. Auch Sigurd, der Drachentöter, passt nicht mehr in das bekannte Heldenklischee. Wer bestimmt, wer wir sind? Das Schicksal, die Götter, die Familie – oder wir selbst? Gemeinsam schreiben Brynhild und Sigurd ihre Geschichte neu: als große Liebesgeschichte, als Familiendrama, als Tragödie, als Krimi. Und als ein wütendes Aufbegehren dagegen, dass andere darüber entscheiden, wer sie zu sein haben. Mit allen blutigen Konsequenzen.

Uraufführung: 7. Juli 2023 – Nibelungenfestspiele Worms, Regie: Pınar Karabulut

Rechte bei S. Fischer Verlag
Peer Gynt (she/her)
Frei und doch nicht frei adaptiert nach Ibsen. Peer Gynt ist Mensch. Und im 21. Jahrhundert ist Peer auch Frau. Eine Frau, die lügt. Immer wieder. Mit den wildesten Geschichten träumt sie sich fort aus ihrem trostlosen Leben, in dem ihr Vater im Suff die Existenzgrundlage der Familie vernichtet hat und ihre Mutter Aase und sie in der Not sitzen ließ. Sie sehnt sich nach Ruhm und Anerkennung. Sie wird reich werden und berühmt. Sie wird die Kaiserin der Welt!
Doch was bleibt dann am Ende, nach einem scheinbar schillernden Leben als Außenseiterin? Wohin mit der Angst vor Mittelmäßigkeit, der Sucht nach Selbstinszenierung und der ständigen Suche nach Bestätigung und Liebe?Versmaß wird hier überschrieben mit Neuem, alte Monologe brechen auf in ein neues Erleben. Eine Welt, in der eine alte Peer auf die Jungen blickt und eine Junge die Zukunft so sehr ersehnt, dass sie der Gegenwart davonrennt.

„Peer Gynt, diesen Egomanen, der sich alles nimmt, als Frauenrolle gedeutet zu sehen, hat einen Effekt, führt die immer noch verkrustete Geschlechterzuschreibung vor Augen.“ – Süddeutsche Zeitung
Uraufführung: 25. September 2021 – Theater Regensburg, Regie: Julia Prechsl

Übersetzt ins Englische

Rechte bei S. Fischer Theater
Amelia fliegt!
Hoch über die Wolken und weit in die Welt hinaus. Amelia hat nur einen Traum: Sie will fliegen. Mit Mut, Disziplin und Willensstärke erkämpft sich die junge Amerikanerin ihr großes Ziel – zu einer Zeit, als dies für Frauen noch fast unmöglich ist. Amelia besteht die Flugprüfung und überquert als erste Passagierin den Atlantik. Doch das reicht ihr nicht. Sie will selbst im Cockpit sitzen. Als Pilotin stellt sie sensationelle Rekorde auf und begibt sich schließlich auf ihr größtes Abenteuer: mit dem Flugzeug einmal um die ganze Welt.

Eine Hommage an eine außergewöhnliche Frau, die für viele bis heute Vorbild ist. Begleitet und weitererzählt können Amelias Flugreisen werden von mal stürmischer mal schwereloser Musik.

Junges Theater
Uraufführung: 9. Dezember 2019 – Philharmonie Luxemburg, Regie: Tomo Sugao

Übersetzt ins Französische

Rechte bei S. Fischer Theater
alte sorgen
gedacht entlang Georg Büchners WOYZECK

Kathrin versucht dem Personalmangel zu trotzen. Der fehlenden Zeit. Und der körperlichen Anstrengung. Damit sie den Alten Würde geben kann. Und Nähe. Doch all das wird ihr im Pflegeheim wenig gedankt. Die Chefin treibt zur Eile, die Angehörigen fühlen sich missverstanden, die eigene Tochter vernachlässigt. Ein Patient wird im Wahn zur Gefahr für ihr Leben. Und sie zur Überforderung für sich selbst. Nach Motiven von Woyzeck betrachtet Maria Milisavljevic sein weibliches Pendant im chronisch unterbezahlten und unterbesetzten Pflegesystem. Wer achtet auf diejenigen, die sich diesem Beruf mit Unbedingtheit ausliefern?

„Ein weiblicher Woyzeck, aus junger, weiblicher Sicht“ – nachtkritik.de
Uraufführung: 28. Januar 2023 – Staatstheater Meiningen, Regie: Anna Stiepani

Übersetzt ins Bulgarische

Rechte bei S. Fischer Theater
überleben

Umweltzerstörung, Ausbeutung, Kinderarmut, Sexismus, Krieg, Vertreibung, Rassismus, Leistungsdruck – vier Jugendliche machen den Realitätscheck. Das Ergebnis: Wir wollen diese Welt nicht mehr, wir haben sie uns so nicht ausgesucht! Gemeinsam beschließen sie, etwas zu tun. Doch wie kommt man an gegen eine Gesellschaft und politische Elite, die sich die Fragen und Meinungen der jungen Generation auf Pflichtterminen zwar lächelnd anhört, letztendlich aber übergeht? Da braucht es ein Zeichen, ein großes Zeichen! Also begeben sich die vier auf eine lebensgefährliche Mission – und werden am Ende Teil eines zynischen Spiels, in dem es um die letzte aller Fragen geht: How to stay alive?

Junges Theater

Uraufführung: 30. April 2022 – Junges Theater Regensburg, Regie: Elena Maria Hackbarth

Übersetzt ins Spanische

Rechte bei S. Fischer Theater
Das schaffen wir!
„Das war’s jetzt mit Ihrer Entscheidungsfreiheit. Jetzt entscheide ich und Sie machen gefälligst, was ich Ihnen sage. Hier ist er: der erste Stein. Herrgott, was tun Sie da? Sie sollen den doch nicht werfen. Jetzt nehmen Sie den Arm runter. Das war also nun wirklich nicht meine Absicht. Steine schmeißen und hier rumfuchteln. Arm runter und Lächeln. Die Geschichtsschreibung, vergessen Sie die nie! Sonst heißt es in fünfzig Jahren, wir hätten nicht gewusst, was wir tun. Hätten es nicht besser gewusst, dabei wissen wir das doch ganz genau. Also. Heben Sie den Stein jetzt wieder auf und legen Sie ihn hier her. Hier, wo ich stehe. Schaut doch schön aus, oder? Und wie fühlt es sich an, Teil von etwas Großem zu sein?”

Anlässlich des 30-jährigen Jubiläums des deutschen Mauerfalls und der Wiedervereinigung konfrontiert Maria Milisavljević das Publikum mit einem selbsternannten Vertreter, der die Absicht hat (k)eine Mauer zu bauen. Mit schneidend präziser Sprache und analytischem Blick stellt sie die Denkmuster und die ideologische Rhetorik, die es immer wieder ermöglichen, Mauern zu errichten, aus und führt uns auch unsere eigenen Grenzen im Denken vor. Ein politisches Stück für Junge Menschen, das schmerzlich bewusst werden lässt, dass das Errichten von Mauern nicht nur ein einmaliges geschichtliches Ereignis ist, sondern nichts an aktueller Brisanz eingebüßt hat.

Junges Theater
Uraufführung: 29. Februar 2020 – Junges Theater Regensburg, Regie: Elena Maria Hackbarth

Rechte bei S. Fischer Theater
Geschichten aus dem Bauwagen
Das Problem ist: Niemand versteht die Welt. Seit der Kindheit werden einem vor diesem Nichtverstehen die Augen verschlossen. Doch was passiert, wenn mit dem Einschlafen die Eltern keine Gutenachtgeschichten anstimmen? Weil es weder gute Eltern, noch gute Geschichten gibt? Dann wacht man im Bauwagen der verlassenen Kinder auf und lauscht deren Erzählungen: Wie Papa leise am Telefon „Schatz“ sagt, obwohl Mama oben im Schlafzimmer ist, von einer verräterischen Freundin, die dich nackt fotografiert und die Bilder der ganzen Schule zeigt, oder die Geschichte von einer Hand, die dich inmitten eines Menschenstroms loslässt und nicht mehr an Land zieht. Es ist ein Ort zwischen Schlaf und Wirklichkeit, dort, wo die Wörter tanzen lernen und die verborgene Wahrheit hinter den Geschichten Trost und Aufbruch zugleich ist.

Shortlisted für den Deutschen Jugentheaterpreis 2020

Junges Theater
Uraufführung: 21. Mai 2019 – Theater an der Parkaue, Regie: Inda Buschmann

Rechte bei S. Fischer Theater
Auf ewig unser Gestern
Ein Haus am Grenzfluss. Eine Tür, die immer zu ist, und Personen, die dort schon immer waren und ewig sein werden. Maria Milisavljević fordert mit ihrem polyphonen Theaterstück die Geister einer alteingesessenen Familie heraus. Damals wie heute steht draußen „die Welt in Brand“. Drinnen überlagern sich die Stimmen der Vergangenheit und die Ängste von Generationen. Erzählungen, Briefe und Lieder schichten sich übereinander und wer, wie die „Kleine", versucht, die Wahrheit zu erfahren, bekommt immer andere Antworten, die zu neuen Erinnerungen werden.

„Eine textliche Tiefengrabung von der Gegenwart in historische Bewusstseinsschichten.“ – Theater heute

„Sprachlich glühend.“ – Münchner Merkur
Uraufführung: 23. Juni 2018 – Residenztheater München, dir. Franziska Angerer

Übersetzt ins Englische und Friaulische

Rechte bei S. Fischer Theater
Beben
Es dröhnt. So laut. Ist das die Krise? Ready yourself! Oh ja. Onlineexperten im Katastrophenschutz. Aber was passiert eigentlich mit alten Frauen, die das Dröhnen noch analog beenden wollen? Sterben. Auf der Straße. Trägt die wenigstens jemand da weg? Zivilcourage, so what? Und wie geil waren eigentlich die Achtziger? Ratatatata. „Alter, ey, du hast'n Kind erschossen.“ Collateral damage. Kann passiern. Die Welt bebt. Die Mutter des toten Kindes sinnt auf Rache? Der Mann an der Kante von Ulro lacht schadenfroh. Regiert voller Hass. Doch dann reicht die Mutter dem Soldaten die Hand. Es ist an der Zeit. Herzen? Wir haben keine Angst.

Mit ihrem Antiterrorstück BEBEN will Maria Milisavljević, dass wir uns „identifizieren mit einer Gesellschaft, die sich angesichts immer näher rückender realer Bedrohungen in die Unverbindlichkeit virtueller Welten verabschiedet hat....Mit Vehemenz und Pathos plädiert sie dafür, das Prinzip Liebe als Mittel gesellschaftspolitischen Handelns wieder zu entdecken und zeigt damit den Mut zur Utopie als Widerspruch zum Fatalismus der Vernünftigen", so die Begründung der Jury des Heidelberger Stückemarktes 2016 zur Verleihung des Autorenpreises an Maria Milisavljević.

Ausgezeichnet mit dem Autorenpreis des Heidelberger Stückemarkts 2016, dem 1. Platz des Else-Lasker-Schüler Stückepreises 2016, nominiert für den Mülheimer Dramatikpreis 2018 und den Stückemarkt des Theatertreffens 2016.
Uraufführung: 13. April 2017 – Pfalztheater Kaiserlautern, Regie: Fanny Brunner

Übersetzt ins Englische, Französische, Portugiesische, Koreanische und Japanische

Rechte bei S. Fischer Theater
Brandung
ICH, ER, SIE suchen seit Tagen. Wochen. Nach Karla, 24. Die Freundin ist fort. Vom Einkaufen nicht wiedergekehrt. Der Fluss friert zu. Doch tauchen hilft ohnehin nicht mehr: Karla bleibt verschwunden. Die Freunde ahnen das Schlimmste, ersehnen Gewissheit und lieben einander verzweifelt - ohne Rücksicht auf Verluste. Das mit dem Kleist-Förderpreis 2013 ausgezeichnete Stück Brandung sei „eine Vierecksgeschichte, Unterschichtendrama, Jugend- und Heimatstück, ein Thriller und einfach ein großes lust- und schmerzvolles Geschichtenerzählen", schrieb Die Deutsche Bühne, „voll starken Vertrauens in die Kraft der Sprache.“

“This poetic drama is genuinely artful. […] it will take you places you didn’t expect to go “ – Ben Brantley, New York Times

Ausgezeichnet mit dem Kleistförderpreis 2013. Nominiert für den Dora Mavor More Award 2015 in der Kategorie „Outstanding New Play“.
Uraufführung: 5. Juni 2013 – Ruhfestspiele Recklinghausen (in Koproduktion mit dem Deutschen Theater Berlin), Regie: Christopher Rüping

Übersetzt ins Englische und Spanische

Rechte bei S. Fischer Theater