Maria Milisavljević ist Dramatikerin, Übersetzerin und promovierte Kulturwissenschaftlerin und gehört zu den wichtigsten Autor*innenstimmen des zeitgenössischen deutschsprachigen Theaters. Ihre Stücke wurden an Häusern wie dem Deutschen Theater Berlin, dem Burgtheater Wien, dem Residenztheater München, dem Schauspiel Zürich, dem Thalia Theater Hamburg sowie in New York, London, Tokio und Mexiko-Stadt gezeigt.
Zu ihren zentralen Arbeiten zählen Brandung (Kleistförderpreis), Beben (u. a. Else-Lasker-Schüler-Förderpreis, Autorenpreis Heidelberger Stückemarkt, Nominierungen zum Mülheimer Dramatikpreis und zum Theatertreffen-Stückemarkt) sowie Staubfrau, das 2025 mit dem Mülheimer Dramatikpreis und Publikumspreis ausgezeichnet wurde. 2026 wurde sie mit dem Else-Lasker-Schüler-Dramatikerpreis für ihr Gesamtwerk geehrt.
Maria Milisavljević wächst als Arbeiter*innenkind mit serbischen Wurzeln in einem kleinen katholischen Dorf im Sauerland auf. Ihre Texte verbinden poetische Verdichtung mit politischer Klarheit und verhandeln gesellschaftliche Gewalt, Machtverhältnisse und Formen von Solidarität.
Neben ihrer Autorinnentätigkeit übersetzt Maria Milisavljević zeitgenössische Theatertexte aus dem Englischen – darunter Texte von Anne Carson, Sam Max und Gracie Gardner – und unterrichtet Szenisches Schreiben, unter anderem am Bard College New York / Berlin und an der Hochschule für Angewandte Kunst in Wien.
Die Jury des Else-Lasker-Schüler-Dramatikpreises 2026: „In ihren Stücken untersucht Maria Milisavljević mit großer sprachlicher Präzision die Erfahrungen von Gewalt, Missachtung und Unterdrückung, insbesondere aus weiblicher Perspektive. Ihre Texte verbinden poetische Verdichtung mit genauer Alltagsbeobachtung. Milisavljević weicht der Wirklichkeit nicht aus, sondern vertieft sie, legt in konkreten Situationen archaische Muster frei und entwirft zugleich Gegenbilder von Empathie, Solidarität und Gemeinsinn. […] Ihre Arbeiten spiegeln Erfahrungen aus London, Toronto und Deutschland wider und vereinen unterschiedliche Theatererfahrungen zu einem Schreiben von großer Dringlichkeit und Schärfe.“